13. Mai 2026 / Aus aller Welt

Viehdiebe holen Rinder von der Weide - Bande am Werk?

Dutzende Rinder verschwinden über Nacht von einer Weide. Viehdiebe schlagen im südlichen Brandenburg das dritte Mal zu. Führt die Spur ins Ausland?

Viehdiebe schocken Landwirte in Südbrandenburg. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 13. Mai 2026 um 09:14 Uhr

Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen haben Viehdiebe Dutzende Rinder von Weiden in Südbrandenburg gestohlen. Landesbauernpräsident Henrik Wendorff hält es für wahrscheinlich, dass die Tiere illegal im Ausland geschlachtet werden, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte. «Da muss man davon ausgehen, dass eine Truppe unterwegs ist, die das professionell macht.»

Landwirt: «Das ist ein absoluter Schock»

Am Dienstag wurde die Polizei informiert, dass in dem kleinen Dorf Grano im Spree-Neiße-Kreis unweit der polnischen Grenze Rinder von der Weide verschwunden seien. Der betroffene Landwirt sagte der dpa, es seien 31 Rinder gestohlen worden. «Das ist ein absoluter Schock. Es waren richtig hochwertige Zuchttiere.» Die Tiere seien über Nacht mit einem Laster abtransportiert worden. 

Der wirtschaftliche Schaden liegt nach Angaben der Polizei im sechsstelligen Eurobereich. Nach einer ersten Spurensicherung übernahm die Kriminalpolizei weiterführende Ermittlungen. 

Erst vor einigen Tagen meldete die Polizei, dass im Örtchen Raddusch im Kreis Oberspreewald-Lausitz 48 Rinder gestohlen wurden. Der Wert: 75.000 Euro. Im Elbe-Elster-Kreis waren im April sogar 70 Weide-Rinder verschwunden, dort wurde der Schaden mit rund 50.000 Euro angegeben.

Bauernpräsident: Alle Rinder sind registriert

Der Präsident des Landesbauernverbandes, Wendorff, sagte, eine legale Verwertung gestohlener Tiere innerhalb Deutschlands sei nahezu unmöglich: Jedes Rind trage eine Ohrmarke und sei in einer Datenbank erfasst. «Ohne Registrierung ist eine legale Schlachtung nicht möglich.» 

Deshalb liege der Verdacht nahe, dass die Tiere ins Ausland gebracht würden, möglicherweise sogar außerhalb der Europäischen Union, meinte Wendorff. 

Wendorff: In einer Nacht zu schaffen

Für einen solchen Diebstahl sei ein spezialisierter Lkw für den Tiertransport notwendig. «Wenn man es professionell macht, kriegt man die Tiere in einer Nacht auch verladen», sagte der Verbandspräsident. Die Preise für Rindfleisch sind derzeit gut. «Eine gute Kuh kann Erlöse von mehr als 2.000 Euro bringen.»

Die Landwirte in Südbrandenburg werden ihm zufolge ihre Weiden nun wahrscheinlich häufiger kontrollieren. Die Überwachung großer Weideflächen mit Videokameras hält Wendorff für schwierig.


Bildnachweis: © Frank Hammerschmidt/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

A1/A61: Wochenend-Vollsperrung zwischen Erftstadt und Kreuz Bliesheim in beide Richtungen
Mitteilung der Autobahn GmbH

Von Freitag, 21 Uhr, bis Montag, 5 Uhr, wird die A1/A61 zwischen der Anschlussstelle Erftstadt und dem Autobahnkreuz Bliesheim vollgesperrt

weiterlesen...
Jugendlicher stellt sich nach Schuss auf Polizisten
Aus aller Welt

Bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen zwei Großfamilien wird in Göttingen ein Polizist schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter ist zunächst auf der Flucht - dann aber stellt er sich.

weiterlesen...
Launisches Wetter zum Montag – Hitze zur Wochenmitte
Aus aller Welt

Die neue Woche startet überwiegend grau – nur in Teilen von Deutschland setzt sich die Sonne durch. Wo ab Mittwoch heiße Luftmassen dann Temperaturen von teils über 30 Grad mit sich bringen.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Deine Liquidität - meine Mission
Aktuell

Starke Bonität. Bessere Konditionen. Mehr Spielraum für Dein Unternehmen.

weiterlesen...
Britin nach Waldbrand in Spanien im Krankenhaus gestorben
Aus aller Welt

Nach dem schweren Waldbrand im Süden Spaniens wird die Ausbreitung der Flammen gestoppt. Inzwischen gibt es 13 Tote.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Britin nach Waldbrand in Spanien im Krankenhaus gestorben
Aus aller Welt

Nach dem schweren Waldbrand im Süden Spaniens wird die Ausbreitung der Flammen gestoppt. Inzwischen gibt es 13 Tote.

weiterlesen...