13. Juli 2026 / Aus aller Welt

Singapur: Franzose wegen Trinkhalm-Streichs vor Gericht

Was offenbar als Scherz für soziale Medien gedacht war, könnte für einen französischen Studenten in Singapur gravierende Folgen haben. Ihm droht Haft - und der Verlust seines Studentenpasses.

Dem Studenten könnte für seine Aktion eine Gefängnisstrafe drohen.
Veröffentlicht am 13. Juli 2026 um 12:47 Uhr

Eine dreiste Internetaktion mit einem abgeleckten Strohhalm könnte für einen französischen Studenten in Singapur ernste Konsequenzen haben. Der 19-Jährige muss sich vor Gericht verantworten, weil er einen Trinkhalm aus einem Getränkeautomaten zunächst quer durch den Mund gezogen und dann in das Gerät zurückgesteckt hatte. Ein Video davon postete er auf seinem Instagram-Account, wie der örtliche Sender Channel News Asia (CNA) unter Berufung auf die Justiz berichtete. 

Dem Franzosen werden Sachbeschädigung und Störung der öffentlichen Ordnung vorgeworfen. Ihm drohen bei einem Schuldspruch mehr als zwei Jahre Gefängnis oder eine Geldstrafe - oder beides. Die Verteidigung will Medienberichten zufolge hingegen auf eine Bewährungsstrafe plädieren. 

Laut Anklage ereignete sich der Vorfall im März an einem Saftautomaten im Einkaufszentrum Goldhill Centre. Der Betreiber des Automaten musste daraufhin sämtliche 500 Trinkhalme austauschen. Der entstandene Schaden belief sich den Gerichtsunterlagen zufolge auf fünf Singapur-Dollar (rund 3,30 Euro).

Verliert der Student seinen Aufenthaltstitel?

Das Verfahren sollte am Morgen (Ortszeit) eigentlich mit einem Schuldbekenntnis vor Gericht weitergehen. Stattdessen wurde die Verhandlung vertagt. Grund: Die Staatsanwaltschaft erklärte, zunächst solle mit der Einwanderungsbehörde geklärt werden, ob dem Studenten im Falle einer Verurteilung der Aufenthaltstitel entzogen wird. Dies könne Auswirkungen auf das Strafmaß haben. 

Der Franzose besitzt einen Studentenpass und studiert an der ESSEC Business School in Singapur. Auch die renommierte Hochschule leitete den Angaben zufolge eine Untersuchung ein. 

Bis heute Kaugummi-Verbot

Der wohlhabende Stadtstaat ist für seine strengen Gesetze und deren konsequente Durchsetzung bekannt. Hohe Sauberkeitsstandards und strikte Regeln im öffentlichen Raum gehören seit Jahrzehnten zum Markenzeichen Singapurs. Bis heute ist Reisenden etwa die Einfuhr von Kaugummis nach Singapur ist strengstens verboten. So sollen Vandalismus und Verschmutzung von Bürgersteigen und anderen öffentlichen Orten verhindert werden.


Bildnachweis: © David Hu/AP/dpa
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