8. August 2026 / Aus aller Welt

Mehr als 240 Fälle von West-Nil-Fieber in Europa

Seit Beginn der Saison meldet Europa mehr als 240 Fälle von West-Nil-Fieber. Besonders betroffen ist Italien. Die WHO hat zu verstärkter Wachsamkeit aufgerufen.

Eine Mücke saugt Blut aus der Haut (Symbolbild).
Veröffentlicht am 8. August 2026 um 04:00 Uhr

In Europa sind seit Beginn der Saison mehr als 240 Infektionen mit dem West-Nil-Virus bekanntgeworden. Insgesamt wurden bis vorigen Mittwoch in sieben europäischen Ländern 241 Fälle registriert, bei denen sich die Menschen vor Ort angesteckt hatten - sie hatten sich also nicht auf Reisen infiziert.

Wie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mitteilte, wurden aus Italien 139 Fälle gemeldet, aus Griechenland 61, aus Spanien 17 und aus Nordmazedonien 13. In Rumänien wurden demnach 6 Fälle registriert, in Frankreich 4 und in Deutschland 1 solche Infektion. Dabei handelte es sich um den Rhein-Pfalz-Kreis in Rheinland-Pfalz, wie bereits Ende Juli bekannt wurde. Insgesamt wurden in Deutschland in diesem Jahr 5 Fälle registriert.

20 Prozent der Infizierten entwickeln grippeähnliche Erkrankung

Insgesamt seien damit 59 Gebiete in Europa betroffen, hieß es weiter. Mehr als die Hälfte dieser Areale - 36 - entfällt demnach auf Italien, insbesondere auf den Norden des Landes. Die Behörde betonte jedoch, es handele sich nicht um eine umfassende Darstellung des Übertragungsgeschehens.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte erst kürzlich wegen mehrerer Erkrankungen an West-Nil-Fieber in Südeuropa zu verstärkter Wachsamkeit aufgerufen.

Etwa 20 Prozent der Infizierten entwickeln laut Robert Koch-Institut (RKI) eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung. Nur etwa jede 100. infizierte Person erkranke schwer. Das Virus werde hauptsächlich von Stechmücken zwischen wildlebenden Vögeln übertragen. Die Mücken könnten aber auch Menschen infizieren. Das West-Nil-Fieber heile in der Regel komplikationslos aus, nur bei schwer erkrankten Patienten seien Spätfolgen relativ häufig.

Wie man sich schützen kann

Das durch Viren verursachte West-Nil-Fieber wird dem RKI zufolge symptomatisch behandelt. Es gibt keine spezifische Therapie und auch keinen Impfstoff. An Orten mit bekannter Mückenbelastung empfiehlt das RKI das Tragen von langärmeligen Hemden oder Blusen und langen Hosen. Neben Insektenabwehrmittel seien auch Moskitonetze und Fenstergitter nützlich. Im Wohnumfeld sollten Mückenbrutplätze möglichst beseitigt werden. Die Insekten legen auch in kleine Wasseransammlungen Eier ab - etwa in Eimern, Untersetzern und verstopften Dachrinnen.


Bildnachweis: © Andreas Lander/dpa-Zentralbild/dpa
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