19. April 2026 / Aus aller Welt

Höhere Tierarztkosten belasten Tierheime

2022 sind die Gebühren für die Behandlung von Tieren geändert worden. Das hat spürbare Auswirkungen, wie eine Umfrage des Tierschutzbundes zeigt.

Tierheime beklagen höhere Kosten bei der Behandlung von Tieren. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 19. April 2026 um 06:10 Uhr

Tierheime in Deutschland haben einer Umfrage zufolge mit den Folgen höherer Kosten für die Behandlung von Tieren zu kämpfen. Das teilte der Deutsche Tierschutzbund nach einer eigenen Erhebung mit. Demnach gaben fast 80 Prozent der befragten Einrichtungen an, die Kosten seien seit 2022 um 30 bis 50 Prozent gestiegen, teils auch mehr. Am 22. November 2022 war eine neue Gebührenordnung der Tierärzte in Kraft getreten.

Seither steige die Zahl der Halter, die bei Tierheimen um finanzielle Hilfe für Tierarztkosten bitten. «Rund 80 Prozent der befragten Tierschutzvereine bestätigen diesen Trend», teilte der Tierschutzbund mit. 60 Prozent der Tierheime gaben demnach an, dass sie «in wachsendem Maße Fundtiere aufnehmen müssen, die sehr wahrscheinlich ausgesetzt wurden». 

Warum Tierheime auf Spenden angewiesen sind

«Ohne Spenden wäre in vielen Tierheimen längst das Licht aus», sagte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Die Kosten für die Betreuung von Fundtieren werden seinen Angaben zufolge nicht in vollem Umfang von den Kommunen abgedeckt. Von der Bundesregierung fehle Hilfe.

Laut Tierschutzbund sind die Gebühren 2022 im Durchschnitt um 22 Prozent gestiegen. Einige Leistungen wie das Röntgen seien dagegen billiger geworden. Als Beispiel für höhere Kosten nannte der Verband Ultraschalluntersuchungen, die aktuell 58,92 Euro kosteten. Zuvor seien 42,34 Euro fällig gewesen.

Wie viele Tierheime sich geäußert haben

An der Befragung im vergangenen November haben laut Tierschutzbund online 501 Einrichtungen teilgenommen. Man werde sich bei einer für 2026 geplanten Neubewertung der Gebührenordnung von 2022 für eine Entlastung der Tierschutzeinrichtungen einsetzen.

Grundsätzlich ist die Organisation nicht gegen die Änderungen: Die Gebührenordnung sei eine wichtige Maßnahme, um Tierarztpraxen, Kliniken und Notdienste flächendeckend zu erhalten. Weil sie aber mit höheren Kosten etwa für Futter und Energie einherging, habe sie Tierheime, Tierschutzvereine und Tierhalter hart getroffen. Die Bundestierärztekammer hatte damals die Anpassung der Gebühren als «überfällig» bezeichnet und auf gestiegene Kosten für Tierärzte verwiesen.


Bildnachweis: © Patrick Pleul/dpa
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