4. August 2026 / Aus aller Welt

Fake-Amphitheater in Italien bleibt - Abriss zu teuer

Ein Mann baute ein falsches Amphitheater und verkaufte es als antike Sehenswürdigkeit. Dafür sitzt er nun im Gefängnis. Die Gemeinde fürchtet derweil die hohen Kosten für den Abriss.

Die italienische Polizei bekam es mit einer falschen antiken Sehenswürdigkeit zu tun. (Illustration)
Veröffentlicht am 4. August 2026 um 14:29 Uhr

Mit künstlich gealterten Steinen, Säulen und Statuen ließ ein Mann in Norditalien ein vermeintlich antikes Theater errichten und verkaufte es Besuchern als historische Sehenswürdigkeit. Wegen des Schwindels wurde er rechtskräftig verurteilt. Nun sitzt er auch im Gefängnis. Doch das Fake-Amphitheater in Arcugnano bei Vicenza steht noch immer - und stellt die Gemeinde vor ein offenbar teures Problem: Wer bezahlt den Abriss?

Bürgermeister Simone Cuomo will verhindern, dass die Kosten am Ort hängen bleiben. «Meine Position ist klar: Wer einen Missbrauch begangen hat, muss für den entstandenen Umweltschaden aufkommen und ihn beheben», sagte der 44-Jährige der Zeitung «La Repubblica». Denn der Bau habe ein ganzes naturbelassenes Waldgebiet verändert, das gerodet und bebaut worden sei.

Gemeinde fürchtet hohe Kosten

Die Wiederherstellung des Hügels, auf dem der Mann sein Fake-Theater gebaut hatte, in seinen Ursprungszustand könnte laut «La Repubblica» zwischen 300.000 und 500.000 Euro kosten. Für Arcugnano mit rund 7.500 Einwohnern wäre das eine große Belastung. Die Gemeinde habe ein Budget von weniger als 7 Millionen Euro und andere dringende Aufgaben, sagte Cuomo.

Das «Anfiteatro Berico» wurde 2016 errichtet. Der Betreiber präsentierte die Anlage als jahrtausendealte archäologische Entdeckung, die er nach einem Erdrutsch gefunden habe. Er ließ Besucher für 40 Euro Eintritt hinein und vermarktete den Komplex mit erfundenen historischen Geschichten. Dabei bestand das vermeintliche antike Theater aus modernen Materialien wie behandeltem Stein, Betonelementen und künstlichen Dekorationen.

Betreiber des Fake-Theaters inzwischen im Gefängnis

Der Betreiber der Anlage, ein heute 69 Jahre alter Mann, der sich selbst als Forscher und Mäzen darstellte, verbüßt inzwischen eine Haftstrafe von mehr als zwei Jahren. Die Haft trat er nach Medienberichten im Juli an. Die Verurteilung wegen illegaler Bautätigkeit, Verstößen gegen den Landschaftsschutz und Fälschung von Kunst war zuvor durch mehrere Instanzen bestätigt worden.

Trotz der Verurteilung des Mannes ist die Zukunft der Anlage weiter unklar. Die Gemeinde und Bürgermeister Cuomo müssen klären, welche rechtlichen Schritte noch möglich sind und ob sie die Kosten für den Rückbau auf den Verursacher abwälzen können. 

Bis dahin bleibt das Fake-Amphitheater bestehen - mit Schildern, die weiterhin eine angebliche antike Vergangenheit versprechen.


Bildnachweis: © Sabina Crisan/dpa
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