Mit viel Glück hat eine vierköpfige deutsche Familie die Flucht vor den Wassermassen in Nepal überlebt. Manuel Münch (37), seine nepalesische Frau (35) und die beiden Kinder im Alter von zehn und sieben Jahren wurden nach der verheerenden Flut von der Armee per Hubschrauber in Sicherheit gebracht. Tagelang hat die Familie bei Verwandten nahe Trishuli Bazar ausgeharrt, nachdem die Fluten Straßen und Brücken zerstört und den Weg aus dem Gebiet abgeschnitten hatten. Was die Familie rettete, war eine Planänderung. Münch und seine Familie hatten eine kurze Trekking-Tour in der Langtang-Region unternommen, mussten diese aber abbrechen, weil frühere Erdrutsche die Wege verschüttet hatten. Sie kehrten vorzeitig zurück und besuchten Verwandte nahe Trishuli Bazar. Einen Tag später kam die Flut. «Wir haben die Flutwelle gesehen und sind dann mit allem, was wir hatten, den Hügel hinaufgerannt», erzählte Münch der Deutschen Presse-Agentur. Rund 800 Meter sei die Familie gelaufen, um sich in Sicherheit zu bringen. Von dem Haus der Verwandten nahe am Fluss habe man das herannahende Unheil schon von Weitem gehört. «Ein lautes Donnern, ein Grollen», sagte Münch. Dann habe die Familie gesehen, wie die Flutwelle kam und Staub aufgewirbelt wurde. «Wenn wir unsere Trekking-Tour normal durchgeführt hätten, hätten wir an dem Tag in Syabrubesi übernachtet und wären gestorben», sagte Münch. Die Familie nahm nach der Katastrophe Kontakt zur deutschen Botschaft auf und teilte mit, dass alle in Sicherheit seien. Zugleich bat sie um Hilfe bei der Evakuierung. Denn auf dem Landweg gab es kein Weiterkommen: Auf einer Strecke von rund 40 Kilometern seien mehr als 20 Brücken zerstört worden, sagte der Familienvater. Straßen und Verbindungen auf beiden Seiten des Flusses waren unterbrochen. Jetzt wurden die vier per Hubschrauber in ein Armeecamp in Battar Bazar gebracht. Nun wollen sie nur eins: so schnell wie möglich Deutschland zurück. Im Armeecamp herrscht derweil reger Betrieb. Ununterbrochen starten und landen Rettungshubschrauber, um Menschen aus den schwer getroffenen Gebieten zu holen. Den Helikoptern entsteigen einzelne Gerettete, ganze Familien und Gruppen wie Schulklassen oder Arbeiter zerstörter Wasserkraftanlagen. Manche sind sichtlich verletzt, andere wirken erschöpft und verstört nach den Stunden in der Katastrophenregion. Die nepalesische Armee brachte die meisten Geretteten anschließend in Sammelunterkünfte. Auch die Familie Münch sollte mit einem Auto nach Kathmandu gebracht werden, von wo aus sie ihre Rückreise nach Deutschland antreten kann.«Lautes Donnern und Grollen»
«Wir wären gestorben»
Rettungshubschrauber im Dauereinsatz
Bildnachweis: © Dirk Godder/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Deutsche Familie in Nepal gerettet: «Wir wären gestorben»
Eine Familie aus dem Berchtesgadener Land wollte in Nepal eigentlich wandern und Verwandte besuchen. Dann kamen die Wassermassen. Die Deutschen hatten Glück im Unglück, wie der Vater erzählt.
Meistgelesene Artikel
- 30. August 2026
Umleitung auf der RVK-Linie 802
Wegen Vollsperrung zwischen Ortsausgang Rheinbach und Waldwinkel muss die Linie 802 Umleitung fahren über die Münstereifeler Straße
- 28. August 2026
Fahrplanwechsel
Kleine Anpassungen im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis
- 17. August 2026
Waldbrand im Westerwald: Feuerwehr verhindert Übergreifen
Die Flammen rücken bis auf 20 Meter an Häuser heran, doch diese können gerettet werden. Damit ist der Einsatz in Gebhardshain noch längst nicht beendet.
Neueste Artikel
- 15. September 2026
Wie Satellit «Flex» Stress von Pflanzen sichtbar machen soll
Hitze, Verschmutzung, Krankheiten: Pflanzen sind immer wieder großem Stress ausgesetzt. Wie gesund sie sind, könnte ein schwaches Signal zeigen. Genau dieses will ein Satellit nun sichtbar machen.
- 15. September 2026
Berichte: Harrys und Meghans Kinder müssen Schule wechseln
Prinz Harry und Herzogin Meghan sind zurück in ihrer früheren Heimat. Die Sicherheit der Kinder bleibt für sie ein Dauerthema - und der Schulweg von Archie und Lilibet bereitet besonders große Sorgen.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 15. September 2026
Wie Satellit «Flex» Stress von Pflanzen sichtbar machen soll
Hitze, Verschmutzung, Krankheiten: Pflanzen sind immer wieder großem Stress ausgesetzt. Wie gesund sie sind, könnte ein schwaches Signal zeigen. Genau dieses will ein Satellit nun sichtbar machen.
- 15. September 2026
Berichte: Harrys und Meghans Kinder müssen Schule wechseln
Prinz Harry und Herzogin Meghan sind zurück in ihrer früheren Heimat. Die Sicherheit der Kinder bleibt für sie ein Dauerthema - und der Schulweg von Archie und Lilibet bereitet besonders große Sorgen.

