Wegen eines weiter um sich greifenden Naturbrandes in Südfrankreich sind inzwischen 10.000 Menschen evakuiert worden. Betroffen sind 26 Ortschaften in einem Gebirgsmassiv westlich von Perpignan, wo die Flammen sich inzwischen durch 4.600 Hektar Fläche gefressen haben, wie die Präfektur mitteilte. Der Brand wurde durch Wind, große Hitze und vor allem durch eine außergewöhnlich hohe Lufttrockenheit angefacht. Ein Feuerwehrmann sowie ein Anwohner wurden schwer verletzt. Die Präfektur des Departements Pyrénées-Orientales rief die Menschen in der betroffenen Region dazu auf, die Straßen vollständig für die Feuerwehrkräfte freizuhalten und nicht in die Häuser zurückzukehren, um dort Besitz in Sicherheit zu bringen. Für Firmen, deren Beschäftigte nicht zur Arbeit kommen können, soll eine Kurzarbeitsregelung getroffen werden. Der regionale Bahnverkehr wurde beeinträchtigt und ein für Ausflügler auf einer Bergstrecke eingesetzte Zug stellte den Verkehr ein. Zur Unterstützung der Löscharbeiten sollten nach Angaben der EU-Kommission im Laufe des Tages vier Flugzeuge aus Schweden und Zypern in den betroffenen Gegenden in den Frankreich ankommen. Frankreich habe am Sonntag Hilfe über das EU-Katastrophenschutzverfahren angefragt, hieß es. «Angesichts dieser verheerenden Brände steht Europa zusammen. Wir sind vereint in unserer Entschlossenheit, Leben, Gemeinden, Lebensgrundlagen und unsere natürliche Umwelt zu schützen», sagte die zuständige EU-Kommissarin Hadja Lahbib. Der ausufernde Brand führte auch zu einer Anpassung der dritten Etappe der Tour de France, die heute durch die betroffene Region führt und nun ohne Zuschauer und Werbekarawane unterwegs sein wird. Alle Sicherheitskräfte müssten sich auf die Bekämpfung des Brandes konzentrieren, erklärte die Präfektur. Wer sich nicht an die Einschränkungen halte, müsse mit einem Bußgeld rechnen. Der staatliche Wetterdienst Météo France warnte für größere Teile Frankreichs vor einer hohen Brandgefahr. Für sieben Departements im Südosten wurde die höchste Warnstufe Rot verhängt, während in 41 weiteren Departements eine hohe Waldbrandgefahr besteht. Auch in anderen Regionen Frankreichs brachen bereits Wald- und Vegetationsbrände aus. Auch in Portugal und Spanien halten mehrere Waldbrände die Feuerwehr seit Tagen auf Trab. Besonders das Feuer im portugiesischen Vouzela rund 80 Kilometer südöstlich von Porto bereitete Anwohnern und Behörden große Sorgen. Die Flammen sind aber dort inzwischen nach drei Tagen unter Kontrolle. Wegen der anhaltenden Gefahr eines Wiederaufflammens waren dort aber immer noch mehr als 1100 Feuerwehrleute mit fast 400 Fahrzeugen und drei Löschflugzeugen im Einsatz. Mit rund 13.000 Hektar zerstörter Fläche gilt der Brand in Vouzela bislang als der größte Waldbrand Europas im laufenden Jahr.Brand bremst Tour de France aus
Viele Waldbrände auch auf der iberischen Halbinsel
Bildnachweis: © Gabriel Bouys/AFP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
10.000 Menschen fliehen vor Flammen in Südfrankreich
Wind, Hitze und extreme Trockenheit: In Südfrankreich tobt ein Großbrand. Die höchste Warnstufe gilt – und sogar die Arbeit steht mancherorts still. Auch die Tour de France ist betroffen.
Meistgelesene Artikel
- 2. Juli 2026
A1/A61: Wochenend-Vollsperrung zwischen Erftstadt und Kreuz Bliesheim in beide Richtungen
Von Freitag, 21 Uhr, bis Montag, 5 Uhr, wird die A1/A61 zwischen der Anschlussstelle Erftstadt und dem Autobahnkreuz Bliesheim vollgesperrt
- 16. Juni 2026
Jugendlicher stellt sich nach Schuss auf Polizisten
Bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen zwei Großfamilien wird in Göttingen ein Polizist schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter ist zunächst auf der Flucht - dann aber stellt er sich.
- 14. Juni 2026
Launisches Wetter zum Montag – Hitze zur Wochenmitte
Die neue Woche startet überwiegend grau – nur in Teilen von Deutschland setzt sich die Sonne durch. Wo ab Mittwoch heiße Luftmassen dann Temperaturen von teils über 30 Grad mit sich bringen.
Neueste Artikel
In Spanien starben viele Menschen bei einem Waldbrand. In Nürnberg kämpften Einsatzkräfte ebenfalls gegen Flammen. Wie gut sich Feuerwehren gerüstet sehen.
- 12. Juli 2026
Studie: Bis zu 90 Unfalltote weniger bei Tempolimit
Sollte die Geschwindigkeit auf Autobahnen begrenzt werden? Eine neue Studie beschäftigt sich mit dieser Frage und kommt zu einer eindeutigen Antwort.
Weitere Artikel derselben Kategorie
In Spanien starben viele Menschen bei einem Waldbrand. In Nürnberg kämpften Einsatzkräfte ebenfalls gegen Flammen. Wie gut sich Feuerwehren gerüstet sehen.
- 12. Juli 2026
Studie: Bis zu 90 Unfalltote weniger bei Tempolimit
Sollte die Geschwindigkeit auf Autobahnen begrenzt werden? Eine neue Studie beschäftigt sich mit dieser Frage und kommt zu einer eindeutigen Antwort.

